Prüfung und Täuschung/ Täuschungsversuche:

Es wird kaum jemanden geben, der von sich behaupten kann, niemals an einem Täuschungsversuch beteiligt gewesen zu sein.

Ungeachtet dessen, weiß auch jeder, daß es sich hierbei nicht unbedingt um Kavaliersdelikte handeln muß, wenngleich es natürlich auch nicht „die Täuschungssanktion“ gibt, sondern (unter Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes) ein abgestuftes System von Täuschungssanktionen.

Prüfung und Täuschung - das "Abschreibenlassen":

Festzuhalten ist zunächst, daß die Sanktionierung einer Täuschung immer voraussetzen wird, daß man einen persönlichen Vorteil für sich hieraus erhofft.

  • Das „Abschreibenlassen“ wurde in der Rechtsprechung meist als sanktionslos erachtet.
  • Ungeachtet dessen sollte man sich hieran natürlich nicht beteiligen, da es zum einen oftmals schwierig sein wird zu erkennen, wer konkret geholfen und wer profitiert hat, zum anderen bleibt immer etwas hängen und es ist nicht auszuschließen, daß trotz alledem versucht wird, solches Verhalten zu sanktionieren (ein Risiko bleibt).

Prüfung und Täuschung - Vorbereitung und Täuschungsversuch:

Abzugrenzen ist zudem die straflose Vorbereitung zu einem Täuschungsversuch von dem sanktionswürdigen Versuch:

  • Wer Spickzettel vorbereitet o.ä., diese dann aber nicht in den Prüfungsraum mitnimmt, bleibt straflos.
  • Andererseits ist es dann egal (wenn man den Spickzettel in den Prüfungsraum mitnimmt), ob man diesen dort benötigt (weil beispielsweise andere Fragen drankommen) oder benutzt (weil man beispielsweise keine geeignete Gelegenheit findet).

Prüfung und Täuschung - Beweislast:

Zu beachten ist, daß die Beweislast für die Täuschung bei den Prüfern liegt. Ein vorschnelles "Zugeben" erscheint deshalb wenig opportun:

  • Gegebenenfalls kommen der Prüfungsbehörde aber auch die Grundsätze des „Anscheinsbeweises“ zugute, wenn einzelne Tatsachen bei verständiger Würdigung den Anschein erwecken, daß der Prüfling getäuscht hat.
  • Der Prüfling kann dies aber mit dem Vortrag eines atypischen Geschehensablaufes entkräften.

Prüfung und Täuschung - Sanktionen:

Die Sanktionen sind für den Einzelfall unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit festzusetzen. Es gibt nicht „die Sanktion“.

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