Der Prüfer - Fachliche Qualifikation und Befangenheit:

Nachfolgend werden immer wieder relevante Fragen im Zusammenhang mit der fachlichen Qualifikation und der möglichen Voreingenommenheit des Prüfers (Befangenheit) besprochen.

Zur Problematik der fachlichen Qualifikation des Prüfers:

Nach der Erkenntnistheorie kann jedermann nur das verstehen, wozu er intellektuell in der Lage ist. Dies gilt auch für Prüfer.

Verfügt der Prüfer nicht über die erforderliche fachliche Qualifikation, so kann dies zu Nachteilen für den Prüfling führen.

  • Grundsätzlich wird in den Prüfungsordnungen deshalb mindestens die durch die Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation verlangt.
  • Die immer weiter voranschreitende Spezialisierung wird in vielen Fällen bereits – darüber hinausgehend - das Vorhandensein spezieller Fachkenntnisse voraussetzen (ob dies freilich immer ein besseres Wissen beinhaltet mag jeder für sich selbst beantworten, denn  Fachwissen besteht heute oftmals vor allem aus Auswendiggelerntem und nicht Verständnis).

Ungeachtet dessen wird es immer wieder vorkommen, daß der Prüfer einfach intellektuell nicht versteht, worum es geht und dann richtige Lösungen oder Ansätze als falsch bewertet, so daß vorgenannte Vorgaben vielfach nicht ausreichen werden.

In solchen Fällen sollte man sich nicht scheuen, solche Dinge bereits in der Prüfung anzusprechen.

Für nähere Fragen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Befangeheit des Prüfers:

Nicht selten kursieren auch Geschichten über Prüfer, die in mündlichen Prüfungen cholerische Anfälle haben oder sich auf Kosten der Prüflinge zu amüsieren scheinen.

In der Praxis wird oftmals zwischen dem sogenannten „Fairneßgebot“ und „Sachlichkeitsgebot“ unterschieden. Rein tatsächlich geht es aber bei all diesen Fällen darum, ob bei der Ermittlung der Leistungen sowie bei deren anschließender Bewertung die üblichen Umgangsformen und eine objektive Distanz zu dem Sachverhalt eingehalten wurden:

  • Zum einen wird es in diesen Fällen darum gehen, daß der Prüfling - gerade bei mündlichen Prüfungen - durch derartiges Verhalten noch zusätzlich verunsichert werden könnte, da daß aus diesem Grunde die Chancengleichheit Schaden nehmen könnte.
  • Zum anderen wird man sich dann auch die Frage stellen, ob der Prüfer bei solchem Verhalten noch die persönliche Eignung besitzt, objektiv zu bewerten. In diesem Zusammenhang wird man sich immer über eine Befangenheit Gedanken machen müssen.

Nun ist es natürlich nicht so, daß jede – harsche - Äußerung gleich zu diesen Überlegungen führt.

  • Allerdings ist es so, daß nach einer verbalen Entgleisung die Prüfungsbehörde die Beweislast hinsichtlich der Unerheblichkeit trifft.
  • Anhaltspunkte für eine mögliche Befangenheit lassen diese Gesichtspunkte auch immer herleiten.

Auch hier ist – wie überall im Prüfungsrecht – zu beachten, daß Rügen möglichst frühzeitig erhoben werden sollten, um nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein, daß diese später als verspätet angesehen werden.

Für weitergehende Fragen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

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