Prüfungsstoff:

Immer wieder Anlaß zu Streitigkeiten gibt der Prüfungsstoff.

In der Praxis ist es so, daß sich der Prüfungsstoff aus dem Gesetz oder der Prüfungsordnung ergibt, ohne daß freilich im einzelnen geregelt ist, welche konkreten Themen und Inhalte bei der Prüfung zugelassen sind. Diese Aufgabe steht dann zumeist im Ermessen der Prüfungsbehörde, der Prüfungskommission oder auch des einzelnen Prüfers.

Auswahl des Prüfungsstoffs:

Rechtsverstöße sind hiernach vor allem möglich, wenn das Auswahlermessen hinsichtlich des zulässigen Prüfungsstoffs durch die Prüfer fehlerhaft ausgeübt wird:

Zunächst kommt ein Verstoß in Betracht, wenn der Rahmen des zugelassenen Prüfungsstoffs verlassen wird:

  • Dies ist nicht bereits der Fall, wenn schwere Aufgaben gestellt werden, solange sich diese noch im Rahmen der Vorgaben halten.
  • Allerdings muß dies dann auch bei der Bewertung berücksichtigt werden.

Immer wieder ist auch streitig, inwiefern der Prüfungsstoff bereits behandelt worden sein muß, d.h. Lehrstoff war:

  • Eine solche Beschränkung wird regelmäßig dann angenommen, wenn die Prüfung sich auf eine Ausbildung bezieht.
  • Anders wird dies meist dann gesehen, wenn in der Ausbildung auch auf eigene Initiativen gesetzt wird, was man vor allem für wissenschaftliche Studien annehmen können wird.
  • Insgesamt hängt hier viel vom Einzelfall ab.

Eine andere immer wieder auftretende Problematik betrifft die Eindeutigkeit von Prüfungsaufgaben:

  • In diesem Falle sind Mehrdeutigkeiten natürlich unzulässig.
  • Dies sollte aber immer sogleich gerügt werden, da oftmals noch in der Prüfung eine Spezifizierung möglich sein wird.
  • Im übrigen ist zu beachten, daß dieser Verfahrensfehler nur einen kleinen Teil betrifft, d.h. nur dann die Prüfungsentscheidung aufgehoben werden kann, wenn die Frage für ein Nichtbestehen kausal war.

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